15 Jahre nach dem Verschwinden ihrer Mutter erhält die Protagonistin die Nachricht, dass der Flugschreiber der Nostromo – dem Schiff, auf dem Ellen Ripley arbeitete – gefunden wurde. Nach einem Zwischenfall wird sie von ihrer Crew abgeschnitten und landet auf der Raumstation Sevastopol, wo sich ein übermächtiger Xenomorph eingenistet hat.
In den Schatten der Raumstation
Das Entwicklerteam von Creative Assembly hat für Isolation einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt, der den Großteil der Bedrohung einem einzigen Widersacher zuschreibt: dem Alien. Zwar gibt es in Alien: Isolation auch Waffen. Diese zur direkten Konfrontation – etwa im Kampf gegen andere Widersacher –, statt zur Ablenkung einzusetzen, ist aber nutzlos. Das Alien taucht nämlich nicht nur willkürlich auf, sondern wird von Geräuschen angelockt. Wenn der extraterrestrische Widersacher Lunte riecht, ist es in den meisten Fällen zu spät. Neustart beim letzten Speicherpunkt. Die Savepoints verteilt der Entwickler übrigens nicht automatisch, sondern verlangt vom Spieler, seinen Fortschritt manuell an Automaten zu sichern. Das erinnert zwar an die 90er, ist allerdings auch die konsequente Fortführung des Survival-Konzepts. Angespannt scheucht man Amanda aus der Ego-Perspektive von einem Schrank zum nächsten, durch Lüftungsschächte und andere dunkle Ecken in der Spielwelt, um bloß nicht entdeckt zu werden und den letzten Abschnitt erneut meistern zu müssen. Dazwischen reaktiviert Amanda die Stromzufuhr, erfüllt kleinere Missionen für NPCs und liest E-Mails in den zahlreichen Terminals. Das ist zwar nicht innovativ, bringt aber ausreichend Abwechslung während der rund 15 Stunden Spielzeit – auch wenn die gerne etwas kürzer und die Story damit konzentrierter und mit einigen Logiklöchern weniger hätte ausfallen dürfen.
Brav auf den Bewegungssensor hören
Der Xenomorph ist zwar der schlimmste Feind in Isolation, es wollen Amanda aber noch mehr Widersacher ans Leder. Etwa Hilfsdroiden, die verrücktspielen und auf jeden losgehen, der ihnen in die Quere kommt. Im übersichtlichen Menü zur Herstellung eigener Gegenstände lassen sich Aufmerksamkeits-Erreger basteln, um Alien und andere Widersacher abzulenken. Besser als in den nächstbesten Lüftungsschacht zu türmen: Vorher gut auf das wichtigste Item hören, den Bewegungssensor. Dieser macht per nostalgischem Piepston auf Bewegungen in der Umgebung aufmerksam. Je schneller die Frequenz, desto größer die Gefahr. Wem der ohnehin schon sehr knackige Schwierigkeitsgrad – drei Stufen sind verfügbar – nicht reicht, kann sich optional von Kinect oder PlayStation Eye Kamera filmen und zuhören lassen, um hektische Bewegungen und Geräusche ins Spiel zu übertragen, die wiederum das Alien anlocken.Atmosphärisch atmet Isolation durch und durch den Geist des ersten Alien-Films und sogar die Original-Soundeffekte sind an Bord. Dass eine Versoftung den Spirit der Filmvorlage derart gut einfängt, ist selten. Vorausgesetzt, man spielt Isolation im O-Ton. Die deutsche Sprachausgabe hängt der englischen nämlich hinterher. Zudem sollte man bei den Zwischensequenzen nicht zu genau hinsehen, Lippensynchronität sucht man mit der Lupe und auch von der authentischen Mimik, die andere Games auf den neuen Konsolen zeigen, ist keine Spur. Außerdem laggen die Cutscenes wie wild. Dafür fahren die Sound-Effekte aber direkt durchs Mark und der Soundtrack lässt echte Alien-Stimmung aufkommen.
Fazit
Gameplay-Innovation, ausgeklügelte Story, makellose Technik – all das hat Alien: Isolation nicht. Braucht es aber auch gar nicht. Als astreines Survival-Horror-Spiel demonstriert das neue Werk aus dem Hause Sega, dass Games auch von ihrer Atmosphäre leben können. Vor allem das beängstigende Alien, der grandiose Soundtrack, das minimalistische Gameplay und die ordentliche Grafik – von einigen Animationen abgesehen – sorgen dafür, dass der Horror-Fan seine Freude am neuesten Alien-Game hat.